Anhand von zehn Kriterien für nachhaltiges Wirtschaften wird die Jury den Gewinner des ersten WeltverbEsserer-Preises bestimmen. 

Deutschlands erster Wettbewerb für besonders nachhaltige Restaurantkonzepte ist gestartet: Gesucht werden Betriebe, die mit einem Schwerpunkt auf pflanzlichen Gerichten, der Vermeidung von Abfall, regionale Produkte und energieeffiziente Prozesse einen Beitrag leisten, die Branche zukunftsfähig zu machen. Ausgeschrieben wurde der WeltverbEsserer-Award von der Agentur Branding Cuisine. Dem Gewinner winken Marketing-Dienstleistungen im Gesamtwert von rd. 10.000 Euro.

WeltverBesserer gesucht!

Betreiber nachhaltiger Konzepte, die am WelverbEsserer-Wettbewerb teilnehmen möchten, sollten folgende Unterlagen über die Website http://www.brandingcuisine.com/weltverbesserer einreichen:

  • eine Beschreibung des Konzepts in max. 4.000 Zeichen
  • Zertifikate, z. B. Bio-Zertifikate, sofern schon vorhanden (max. 10 MB)
  • Fotografien, sofern vorhanden (max. 10 MB)

Einsendeschluss ist der 28.02.19

Balázs Tarsoly, Gründer der auf Food spezialisierten Agentur Branding Cuisine, liegt die nachhaltige und pflanzliche Ernährung besonders am Herzen. Mit dem Wettbewerb will er jungen Gründer, die ein umwelt- und ressourcenschonendes Konzept entwickelt haben, Starthilfe geben: „Als Kreativagentur für Food tragen wir Verantwortung. Wir arbeiten seit über zehn Jahren in der Gastronomie und wollen unseren Teil zu einer nachhaltigen Zukunft beitragen“, so der Unternehmer. 

Zehn Kriterien Definiert

Teilnehmen können alle Gastronomen, deren Konzepte möglichst viele der zehn für den Wettbewerb relevanten Kriterien vorbildlich erfüllen. Dazu gehören unter anderem die Verwendung von Bio-Zutaten sowie regionaler und saisonaler Produkte, ein bewusster Umgang mit Wasser, aber auch die Unterstützung von sozialen Projekten.

„Ob das Konzept sich noch im Ideenstadium befindet oder bereits eine Kette ist, spielt für die Jury eine Nebenrolle“, erklärt Tarsoly. Doch nicht nur der Nachwuchs ist aufgerufen, sich über Nachhaltigkeit Gedanken zu machen. „Der Wettbewerb richtet sich ebenso an etablierte Systemgastronomen, die etwas verändern wollen.“

„Die Gastronomie muss den Menschen dort abholen, wo er steht. Ihn ohne erhobenem Zeigefinger aufklären, also Storytelling schaffen, das Spaß macht und den Gast mitnimmt. Mit einem veränderten Angebot werden sich auch die Gewohnheiten ändern. Das macht dann Sinn für Mensch und Umwelt.“ 

Balázs Tarsoly

Inhaber, Branding Cuisine

Er erhofft sich regen Zuspruch für seine Idee und viele spannende Einsendungen. Die 3 stärksten Konzepte werden innerhalb von 30 Tagen nach Teilnahmeschluss eingeladen, ihre Ideen bei einem Pitch-Event zu präsentieren, auf dem dann von der Jury der Sieger gekürt wird.

Der Gewinner des Wettbewerbs erhält ein auf das Konzept zugeschnittenes Leistungspaket der Agentur Branding Cuisine.

Herr Tarsoly, ein Wettbewerb für nachhaltige Restaurantkonzepte: Was ist die Idee dahinter?

BT: „Unsere Ernährung hat einen direkten Einfluss auf die Umwelt. Mit der Entscheidung, was auf unseren Teller kommt, mit der Wahl des Restaurants, kann jeder von uns zu einer nachhaltigen Zukunft beitragen. Unsere Wahl verändert nach und nach das Angebot. Die Gastronomie kuratiert Lebensmittel. Sie bestimmt mit, was unserer Gesellschaft angeboten wird, woher und wie es auf den Teller kommt. Es gibt heute schon zahlreiche Nachhaltigkeitspioniere in der Gastronomieszene, die beweisen, wie lecker und vollwertig eine gesunde und nachhaltige Ernährung ist. 

Unsere Agentur Branding Cuisine ist auf Food spezialisiert. Aus Überzeugung und Leidenschaft haben meine Frau und ich entschieden, unsere Agentur auf Nachhaltigkeit auszurichten. Der WeltverbEsserer-Wettbewerb will mehr Bewusstsein für eine nachhaltige Restaurantkultur schaffen und Gastrokonzepte unterstützen, die Nachhaltigkeit fördern.“

Warum haben es nachhaltige Konzepte Ihrer Meinung nach im deutschen Markt noch so schwer?

BT: „Lassen Sie uns erst das Wort “nachhaltig” definieren: Wir verstehen darunter Umweltschutz sowie  ausgewogenes wirtschaftliches und soziales Handeln. Eine Folge davon ist eine gesunde Ernährung und insgesamt ein gesünderer Lebensstil. Dass sie es häufig noch schwer haben, hat mehrere Gründe. Zum einen unsere  festgefahrenen Denkmuster und Glaubenssätze. Viele Menschen assoziieren Nachhaltigkeit mit “Öko-Freak”, Bio mit “teuer” und vegan mit “ohne Geschmack”.

Dabei wollen Menschen, die nachhaltige Konzepte betreiben, einfach ihren Teil zur Erhaltung bzw. Verbesserung der Umwelt beitragen. Konzepte, die Bio anbieten, kämpfen dafür, dass wir Produkte essen, die nicht chemisch verunreinigt sind. Vegane Ernährung bedeutet, bewusst zu essen, also u.a. keine Tiere zu töten und weniger Treibhausgase zu produzieren, und mit Genuss essen, also aus einer größeren Vielfalt zu schöpfen.

Klingt so, als würden dabei viele gerne mitmachen … 

Aber da ist die Gewohnheit der Menschen: Alle haben Angst vor Veränderung und verfallen gern dem Irrglauben, dass keine Änderung die sicherste Option ist. Wir mögen, was wir kennen. Nachhaltige Gastrokonzepte müssen den Gast in kleinen Schritten heranführen, entspannt in Geschichten kommunizieren, es den Menschen leicht machen. Schließlich ist der Preisdruck ein relevanter Faktor. Wer in seinem Restaurant neben der Wirtschaftlichkeit auch Faktoren wie Gesundheit, Umweltschutz und Soziales berücksichtigt, ist im direkten Preisvergleich natürlich teurer. Dass durch einseitiges Handeln auf uns als Gesellschaft wieder Reparaturkosten zukommen, sei es im Gesundheitssystem oder bei Umweltmaßnahmen, so dass der Preisvergleich hinkt, ist im Alltag natürlich ganz schwer zu verstehen.

Die Gastronomie muss den Menschen dort abholen, wo er steht. Ihn ohne erhobenem Zeigefinger aufklären, also Storytelling schaffen, das Spaß macht und den Gast mitnimmt. Mit einem veränderten Angebot werden sich auch die Gewohnheiten ändern. Das macht dann Sinn für Mensch und Umwelt.“ 

Für wen ist der Wettbewerb gedacht? wer kann mitmachen?

BT: „Gastro-Konzepte, die in irgendeiner Form Nachhaltigkeit fördern. Das können Startups sein, die ganz am Anfang stehen oder auch Systemketten, die sich ändern möchten.“ 

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